In memory: HB-HOT

Beim Unfall unserer JU-52 HB-HOT sind am 4. August 2018 alle Insassen ums Leben gekommen.
Wir sind tief traurig und denken an unsere Passagiere, unsere Crew und alle Ihre Familien und Freunde.

Ruedi Johner, Kapitän
Yvonne Blumer, Flugbegleiterin
Peter Merz, Kapitän


Press release on April 04, 2019

JU-AIR will not fly for two summers

Dübendorf, 4 April 2019. JU-AIR's overhaul of its three historic aeroplanes is so thorough it technically amounts to putting back in service aeroplanes that are as good as new. As a precautionary measure, numerous parts will be replaced;  these have to be newly built. As a result, the company will not operate any flights until spring 2021. All flight vouchers that have already been issued will remain valid.

JU-AIR's three historic JU-52 aircraft will undergo a major overhaul. In doing so, all systems and components of the aircraft will be inspected and serviced to such a condition that they can be certified for a safe return to service for a specified amount of time. From a technical point of view, the aircraft will then be as good as new.

In the process of the overhaul, numerous structural parts of the wings, the fuselage, the undercarriage, the tail unit and the control surfaces, as well as parts of the engine and the fuel system will be replaced by new parts as a precautionary measure. As no new parts are available on the market for the historic JU-52, they will have to be custom-built by certified suppliers; the manufacturing is meticulous and time-consuming. The major overhaul of an aircraft is thus expected to take 20 months or more. That is the reason why JU-AIR's JU-52 will only be able to take off once again in the spring of 2021.

JU-AIR had previously intended to only begin with the major overhaul of one of its aircraft in fall 2019 so as to be able to fly it this summer. JU-AIR has now abandoned this plan as it turned out that the extra effort to return it to service temporarily would have been too big. These resources will now be invested in the overhaul.

An investment into the future

JU-AIR engineers together with outside experts and suppliers are currently planning the details of the major overhaul of the aeroplanes. The program will then be presented to the Swiss Federal Office of Civil Aviation for review, and will then be implemented based on their stipulations. JU-AIR cannot present any details of the major overhaul at this point; it will inform in due course.

«We are investing in the safety and the future of JU-AIR. The major overhaul will make our aeroplanes fit for a renewed long-term operation. It will also help to dissipate any doubts about the airworthiness of the JU-52,» said the CEO, Kurt Waldmeier. «Of course, we regret that our many fans will not see any JU-52 in the skies in the next two summers. The flight vouchers will automatically renew and will remain valid.»

Support from its association and the general public

JU-AIR is part of the Association of the Friends of the Swiss Air Force (VFL), which has some 7,000 members. It has a fleet of three historic JU-52: The two aircraft stationed in Dübendorf, HB-HOP and HB-HOS, are both 80 years old. They were delivered to the Swiss Air Force in 1939 and have been in service up to last November. The third aircraft, HB-HOY, was built under licence by CASA in 1949 on Spain. She had been part of JU-AIR's fleet until 2016 and has since been exhibited in Mönchengladbach (Germany).
 
«For over 30 years, JU-AIR has been building up reserves for extraordinary situations. Over and above that, the association and its members, as well as many private individuals, are supporting us in material and non-material ways,» says Kurt Waldmeier. «Without their support, such a major investment would not be possible. I want to say a big thank you to all our supporters!»

What caused the crash of a JU-52 near Flims on the 4th of August 2018 is still unclear. The investigations into the tragic accident, however, have given no indication that technical causes have contributed to the crash. The major overhaul that is now being initiated is not related to the accident.

Media relations JU-AIR
Christian Gartmann
Communications & media
+41 79 355 78 78

christian@gartmann.biz 


12.03.2019 Medienmitteilung JU-Air investiert in ihre Zukunft

Die JU-AIR fliegt weiter – und restauriert alle drei Flugzeuge komplett

Dübendorf, 12. März 2019. Die JU-AIR investiert in ihre Zukunft und hat mit der kompletten Restaurierung ihrer drei historischen Junkers JU-52 begonnen. Für den Sommer 2019 strebt sie einen reduzierten Flugbetrieb mit einer Maschine an. Die Untersuchung der beiden gegroundeten Maschinen ergab keine sicherheitsrelevanten Mängel. Derweil stellt das Bundesamt für Zivilluftfahrt eine neue rechtliche Basis für den Flugbetrieb in Aussicht.

 

       

Die JU-AIR bereitet sich auf einen langfristigen Weiterbetrieb ihrer drei historischen Junkers JU-52 vor und investiert in deren Zukunft. Dazu werden die heute 70 und 80 Jahre alten Flugzeuge komplett demontiert und grundüberholt. Für die umfassendsten Revisionsarbeiten in der 36-jährigen Geschichte der JU-AIR muss der Flugbetrieb im Sommer 2019 und 2020 reduziert werden.


Für den Sommer 2019 ist vorgesehen, nur ein Flugzeug einzusetzen. Es handelt sich dabei um die HB-HOS, welche seit November zusätzlich zur Jahreswartung auch umfassenden Korrosionsuntersuchungen unterzogen wurde. Mit neuen, hochauflösenden Boroskopkameras konnten die Flügelholme und auch kleinste Hohlräume in Flügeln, Leitwerken und Rumpf ausgeleuchtet und untersucht werden.


Ein auf Materialprüfung spezialisiertes Institut durchleuchtete zusätzlich sämtliche Verbindungspunkte innerhalb der Flügel. Dieses auf Röntgenstrahlen basierende Verfahren ist für die JU-52 neu und musste zuerst eingehend getestet und kalibriert werden. Die Untersuchungen zogen sich deshalb länger hin als ursprünglich vorgesehen.

       

Keine sicherheitsrelevanten Mängel

Die Analysen der Untersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss. Die optischen und boroskopischen Untersuchungen, die Röntgenaufnahmen und die Expertisen von Materialwissenschaftlern und Experten für Strukturen und Motoren ergaben bisher keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Mängel beim Flugzeug HB-HOS. Sofern keine solchen Mängel auftauchen, wird die JU-AIR beim Bundesamt für Zivilluftfahrt ein Gesuch für den Flugbetrieb 2019 einreichen. Durch die Verzögerungen bei den Untersuchungen kann die Aufnahme des Flugbetriebs der HB-HOS aber nicht vor Ende Mai erfolgen.


Die JU-AIR hat die zusätzliche Untersuchungszeit dazu genutzt, die Generalüberholung der HB-HOS zu beginnen. Bis zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird sie eine neue elektrische Verkabelung, ein überarbeitetes Cockpit, ein erneuertes Treibstoffsystem und eine neue Kabine erhalten. Im Jahr 2020 wird die Maschine dann in ihre Baugruppen zerlegt und die Flügel werden bei einem Spezialunternehmen generalüberholt.


Bei der Schwestermaschine HB-HOP wird dieses Procedere bereits in diesem Sommer durchgeführt; sie war schon im vergangenen November demontiert worden. Bis in einem Jahr wir sie wieder einsatztauglich sein und den Flugbetrieb 2020 sicherstellen.

       

Investition in die Sicherheit

Die zehn Jahre jüngere HB-HOY, ein Casa-Lizenzbau aus dem Jahr 1949, bleibt bis auf weiteres in Mönchengladbach ausgestellt und wird vorerst nicht geflogen. Vertragliche Vereinbarungen lassen einen Abzug der jüngsten Maschine der JU-AIR im Moment nicht zu. So bald die HB-HOY in die Schweiz geholt werden kann, wird auch sie generalüberholt.

 

Die Generalüberholung der drei Maschinen steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Absturz der HB-HOT im vergangenen August; sie ist eine freiwillige Investition in die Sicherheit und die Werterhaltung der Flugzeuge. Die Tragödie und die darauf entstandene Unsicherheit über Ursachen und behauptete Mängel am Unfallflugzeug haben die JU-AIR aber veranlasst, die drei Flugzeuge umfassend zu überholen. 

 

Nach wie vor gibt es keine Hinweise darauf, dass eine technische Ursache zum Unfall der HB-HOT geführt hätte. Die im vergangenen November öffentlich diskutierten Schäden am Unfallflugzeug sind laut Unfalluntersuchungsstelle SUST allesamt keinerlei Ursache für den Unfall.

 

Neuer rechtlicher Rahmen für den Flugbetrieb

Das Bundesamt für Zivillufthart hat der JU-AIR in einem Schreiben mitgeteilt, dass es den Betrieb der JU-52 auf eine neue, rechtliche Grundlage stellen will. Da die Hersteller von Flugzeug und Motoren nicht mehr existieren, verlangt das BAZL unter anderem die Schaffung einer Organisation aus mehreren Fachstellen, welche den künftigen Unterhalt der Flugzeuge regeln und überwachen kann.


Für die JU-AIR geniesst die Sicherheit des künftigen Flugbetriebs oberste Priorität. Sie ist solide finanziert, sowie bereit und in der Lage, die verlangte Organisation zur Gewährleistung eines künftigen Flugbetriebs zu errichten und die dazu nötigen externen Fachleute und -organisationen zu verpflichten.


Die Abklärungen und der Verwaltungsaufwand für solche Änderungen sind erfahrungsgemäss auf allen Seiten beträchtlich und werden im Minimum mehrere Monate dauern. In der Zwischenzeit ist der JU-AIR eine Übergangsregelung zu gewähren, die einen sicheren Flugbetrieb ermöglicht, während die administrativen Arbeiten abgeschlossen werden.