12.03.2019 Medienmitteilung JU-Air investiert in ihre Zukunft

Die JU-AIR fliegt weiter – und restauriert alle drei Flugzeuge komplett

Dübendorf, 12. März 2019. Die JU-AIR investiert in ihre Zukunft und hat mit der kompletten Restaurierung ihrer drei historischen Junkers JU-52 begonnen. Für den Sommer 2019 strebt sie einen reduzierten Flugbetrieb mit einer Maschine an. Die Untersuchung der beiden gegroundeten Maschinen ergab keine sicherheitsrelevanten Mängel. Derweil stellt das Bundesamt für Zivilluftfahrt eine neue rechtliche Basis für den Flugbetrieb in Aussicht.

 

 

Die JU-AIR bereitet sich auf einen langfristigen Weiterbetrieb ihrer drei historischen Junkers JU-52 vor und investiert in deren Zukunft. Dazu werden die heute 70 und 80 Jahre alten Flugzeuge komplett demontiert und grundüberholt. Für die umfassendsten Revisionsarbeiten in der 36-jährigen Geschichte der JU-AIR muss der Flugbetrieb im Sommer 2019 und 2020 reduziert werden.


Für den Sommer 2019 ist vorgesehen, nur ein Flugzeug einzusetzen. Es handelt sich dabei um die HB-HOS, welche seit November zusätzlich zur Jahreswartung auch umfassenden Korrosionsuntersuchungen unterzogen wurde. Mit neuen, hochauflösenden Boroskopkameras konnten die Flügelholme und auch kleinste Hohlräume in Flügeln, Leitwerken und Rumpf ausgeleuchtet und untersucht werden.


Ein auf Materialprüfung spezialisiertes Institut durchleuchtete zusätzlich sämtliche Verbindungspunkte innerhalb der Flügel. Dieses auf Röntgenstrahlen basierende Verfahren ist für die JU-52 neu und musste zuerst eingehend getestet und kalibriert werden. Die Untersuchungen zogen sich deshalb länger hin als ursprünglich vorgesehen.

 

Keine sicherheitsrelevanten Mängel

Die Analysen der Untersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss. Die optischen und boroskopischen Untersuchungen, die Röntgenaufnahmen und die Expertisen von Materialwissenschaftlern und Experten für Strukturen und Motoren ergaben bisher keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Mängel beim Flugzeug HB-HOS. Sofern keine solchen Mängel auftauchen, wird die JU-AIR beim Bundesamt für Zivilluftfahrt ein Gesuch für den Flugbetrieb 2019 einreichen. Durch die Verzögerungen bei den Untersuchungen kann die Aufnahme des Flugbetriebs der HB-HOS aber nicht vor Ende Mai erfolgen.


Die JU-AIR hat die zusätzliche Untersuchungszeit dazu genutzt, die Generalüberholung der HB-HOS zu beginnen. Bis zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird sie eine neue elektrische Verkabelung, ein überarbeitetes Cockpit, ein erneuertes Treibstoffsystem und eine neue Kabine erhalten. Im Jahr 2020 wird die Maschine dann in ihre Baugruppen zerlegt und die Flügel werden bei einem Spezialunternehmen generalüberholt.


Bei der Schwestermaschine HB-HOP wird dieses Procedere bereits in diesem Sommer durchgeführt; sie war schon im vergangenen November demontiert worden. Bis in einem Jahr wir sie wieder einsatztauglich sein und den Flugbetrieb 2020 sicherstellen.

 

Investition in die Sicherheit

Die zehn Jahre jüngere HB-HOY, ein Casa-Lizenzbau aus dem Jahr 1949, bleibt bis auf weiteres in Mönchengladbach ausgestellt und wird vorerst nicht geflogen. Vertragliche Vereinbarungen lassen einen Abzug der jüngsten Maschine der JU-AIR im Moment nicht zu. So bald die HB-HOY in die Schweiz geholt werden kann, wird auch sie generalüberholt.


Die Generalüberholung der drei Maschinen steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Absturz der HB-HOT im vergangenen August; sie ist eine freiwillige Investition in die Sicherheit und die Werterhaltung der Flugzeuge. Die Tragödie und die darauf entstandene Unsicherheit über Ursachen und behauptete Mängel am Unfallflugzeug haben die JU-AIR aber veranlasst, die drei Flugzeuge umfassend zu überholen.


Nach wie vor gibt es keine Hinweise darauf, dass eine technische Ursache zum Unfall der HB-HOT geführt hätte. Die im vergangenen November öffentlich diskutierten Schäden am Unfallflugzeug sind laut Unfalluntersuchungsstelle SUST allesamt keinerlei Ursache für den Unfall.

 

Neuer rechtlicher Rahmen für den Flugbetrieb

Das Bundesamt für Zivillufthart hat der JU-AIR in einem Schreiben mitgeteilt, dass es den Betrieb der JU-52 auf eine neue, rechtliche Grundlage stellen will. Da die Hersteller von Flugzeug und Motoren nicht mehr existieren, verlangt das BAZL unter anderem die Schaffung einer Organisation aus mehreren Fachstellen, welche den künftigen Unterhalt der Flugzeuge regeln und überwachen kann.


Für die JU-AIR geniesst die Sicherheit des künftigen Flugbetriebs oberste Priorität. Sie ist solide finanziert, sowie bereit und in der Lage, die verlangte Organisation zur Gewährleistung eines künftigen Flugbetriebs zu errichten und die dazu nötigen externen Fachleute und -organisationen zu verpflichten.


Die Abklärungen und der Verwaltungsaufwand für solche Änderungen sind erfahrungsgemäss auf allen Seiten beträchtlich und werden im Minimum mehrere Monate dauern. In der Zwischenzeit ist der JU-AIR eine Übergangsregelung zu gewähren, die einen sicheren Flugbetrieb ermöglicht, während die administrativen Arbeiten abgeschlossen werden.


Zwischenbericht zum Unfall der JU-52 bei Flims

Die Untersuchung zur Ursache des Absturzes einer JU-52 der JU-Air bei Flims hat bisher keine Hinweise auf ein technisches Versagen des Flugzeuges ergeben. Die JU-Air hat ihren Sommerflugbetrieb beendet und unterzieht ihre Flugzeuge bis im Frühling einer eingehenden Kontrolle und Wartung. Für 2019 ist die Wiederinbetriebnahme einer dritten JU-52 vorgesehen.
Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle.
Unter «Medieninformationen» finden Sie mehr Informationen über den Unfall und die Untersuchungen.


Buchung für die Rundflugsaison 2019

Ab Dienstag, 4. September 2018 ist die Reservation für unsere Rundflüge mit der Tante Ju im 2019 eröffnet. Sie erreichen das Rundflugbüro immer Dienstag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr auf der Telefonnummer +41 (0)44 824 55 00 oder via Mail rund um die Uhr. Wir freuen uns auf Ihre Buchung!