Zum Gedenken: HB-HOT

Beim Unfall unserer JU-52 HB-HOT sind am 4. August 2018 alle Insassen ums Leben gekommen.
Wir sind tief traurig und denken an unsere Passagiere, unsere Crew und alle Ihre Familien und Freunde.

Ruedi Johner, Kapitän
Yvonne Blumer, Flugbegleiterin
Peter Merz, Kapitän


05.06.2019 - Medienmitteilung

Die JU-AIR hat die Grundüberholung ihrer drei JU-52 begonnen

Dübendorf, 5. Juni 2019. Die JU-AIR hat damit begonnen, ihre drei JU-52 von Grund auf zu überholen. Die Arbeiten werden von zertifizierten Spezialunternehmen durchgeführt und sollen rund zwei Jahre dauern. Zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs im Frühling 2021 wird auch die Wartung der Flugzeuge neu organisiert.


Nach mehreren Monaten Planung hat die Grundüberholung der historischen JU-52 der JU-AIR begonnen. Als Erstes werden die Flugzeuge und ihre Einzelteile digital vermessen, um dreidimensionale, computerisierte Baupläne herstellen zu können. Das Grossprojekt wird von den JUNKERS Flugzeugwerken durchgeführt, die dafür zahlreiche Spezialunternehmen aus dem In- und Ausland verpflichtet haben. Alle Arbeitsschritte werden vom Bundesamt für Zivilluftfahrt vor, während und nach der Durchführung begleitet. Am Ende der umfangreichen Arbeiten werden die drei Flugzeuge technisch praktisch neuwertig sein.


Sämtliche sicherheitsrelevanten, tragenden Teile der Flügelkonstruktion werden aufgrund ihres Alters vorbeugend ersetzt. Da neue Teile für die achtzigjährigen Flugzeuge nicht mehr erhältlich sind, müssen hunderte von Einzelteilen durch dafür autorisierte Partner neu hergestellt werden. Dazu werden zuerst die Originalteile digital vermessen. Danach werden Bauteile wie Flügel, Leitwerke und Steuerung im Computer nachmodelliert. Mit diesen Daten werden dann die Einzelteile nachgebaut. Rund 90 Prozent der Flügelteile werden so ersetzt.


Die Überholung der Flügel wird in Malters (LU) stattfinden. Rumpf, Leitwerk, Fahrwerk, Steuersystem, sowie auch alle anderen Systeme, werden derweil in Dübendorf überholt. Auch hier werden die Arbeiten durch Fachleute von zertifizierten Spezialfirmen ausgeführt.


Das Projekt wird vom Bundesamt für Zivilluftfahrt eng begleitet. Die einzelnen Arbeitsschritte werden dazu im Voraus detailliert beschrieben und durch das Bundesamt geprüft. Nach der Bewilligung werden sie ausgeführt und können vom Bundesamt wieder überprüft werden.

 

Abschied von den BMW-Motoren

Die Antriebe der drei Flugzeuge werden ausgetauscht. Für die bisher eingesetzten BMW-Sternmotoren des Typs «132» sind keine Ersatzteile mehr verfügbar, da BMW den Bau dieses Motortyps 1944 einstellte. Der Aufwand für einen längerfristigen Weiterbetrieb dieser Flugmotoren würde Jahr für Jahr grösser.


Die JU-AIR hat sich deshalb entschieden, sie durch «Wasp»-Sternmotoren vom Typ R-1340 von Pratt & Whitney zu ersetzen. Die «Wasp»-Sternmotoren werden zwar nicht mehr neu gebaut, sie wurden aber in so grossen Stückzahlen hergestellt, dass sie weltweit noch immer sehr verbreitet sind. Grundüberholte Motoren und neuwertige Ersatzteile sind gut erhältlich. Motoren von Pratt & Whitney waren auf der JU-52 regelmässig anzutreffen; die Flugzeuge wurden teilweise mit den Sternmotoren des amerikanischen Herstellers ausgeliefert.


Das Flugzeug mit der Immatrikulation HB-HOS ist die erste von drei Maschinen, die grundüberholt wird. Es wurde im Spätsommer 1939 fabrikneu an die Schweizer Luftwaffe ausgeliefert und blieb bis 1981 in den Diensten der Armee. 1983 wurde es durch die JU-AIR übernommen und war seither ununterbrochen Teil ihrer aktiven Flotte. Die Grundüberholung der anderen beiden JU-52 der JU-AIR wird später begonnen. Der genaue Zeitplan hängt auch davon ab, wie die Arbeiten am ersten Flugzeug vorankommen.


Es ist vorgesehen, dass die HB-HOS im Frühling 2021 wieder in den Flugbetrieb zurückkehrt. Im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird die Wartung der Flugzeuge und Motoren neu organisiert. Die Abklärungen dazu sind im Gang. Die JU-AIR wird auch dabei durch externe Experten unterstützt und durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt überwacht.


Die JU-AIR wird über den Fortgang der Arbeiten auf ihrer Website und über Facebook laufend informieren. Zudem kann die Revision des Rumpfes im Fliegermuseum Dübendorf bei speziellen Führungen besichtigt werden. Einzelheiten dazu werden zeitnah kommuniziert.

Medienkontakt JU-AIR
Christian Gartmann
Beauftragter Kommunikation & Medien
+41 79 355 78 78
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04.04.2019 - Medienmitteilung

Zwei Sommer ohne Flüge der JU-AIR

Dübendorf, 4. April 2019. Die JU-AIR revidiert ihre drei historischen JU-52 so umfassend, dass sie technisch gesehen wieder wie neuwertige Flugzeuge in Dienst gestellt werden können. Zahlreiche Teile werden vorsorglich ersetzt und müssen dazu neu hergestellt werden. Der Flugbetrieb der JU-AIR wird deshalb bis Frühling 2021 ausgesetzt. Bereits ausgestellte Gutscheine für Flüge behalten ihre Gültigkeit.

 

Die drei historischen JU-52 der JU-AIR werden einer kompletten Grundüberholung unterzogen. Dabei werden sämtliche Systeme und Einzelteile der Flugzeuge so geprüft und revidiert, dass sie als sicher für eine bestimmte, erneute Betriebszeit zertifiziert werden können. Die Flugzeuge gelten danach als technisch so gut wie neuwertig.

 

Zahlreiche tragende Teile an Flügeln, Rumpf, Fahrwerk, Leitwerken und Steuerflächen sowie Teile der Motoren und Treibstoffsysteme werden bei der Überholung vorsorglich durch neue Teile ersetzt. Da neue Teile für die historischen JU-52 nicht mehr erhältlich sind, müssen sie von dazu zertifizierten Zulieferern in aufwändiger Einzelfertigung neu hergestellt werden. Dies führt dazu, dass die Totalrevision eines Flugzeuges voraussichtlich mehr als 20 Monate dauern wird. Die JU-52 der JU-AIR werden deshalb erst im Frühling 2021 wieder abheben können.

Bisher hatte die JU-AIR beabsichtigt, die Totalrevision eines ihrer Flugzeuge erst im Herbst 2019 zu beginnen, um es im kommenden Sommer wieder betreiben zu können. Von diesem Vorhaben nimmt die JU-AIR nun Abstand, da der zusätzliche Aufwand für eine provisorische Wiederinbetriebnahme zu gross geworden wäre. Diese Mittel werden nun in die Revision investiert.

Investition in die Zukunft

Die Totalrevision der Flugzeuge wird derzeit von Ingenieuren der JU-AIR zusammen mit externen Fachleuten und Unternehmen detailliert geplant. Das Programm wird dann dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zur Prüfung vorgelegt und nach dessen Vorgaben umgesetzt. Details zur Totalrevision können noch keine bekannt gegeben werden. Die JU-AIR wird darüber erneut informieren.

«Wir investieren in die Sicherheit und die Zukunft der JU-AIR. Die Totalrevision macht unsere Flugzeuge fit für einen erneuten, langfristigen Betrieb. Zudem wird sie helfen, allfällige Zweifel an der Sicherheit der JU-52 auszuräumen», sagt CEO Kurt Waldmeier. «Natürlich bedauern wir, dass unsere zahlreichen Fans nun zwei Sommer keine JU-52 am Himmel sehen werden. Die Gutscheine für Rundflüge werden automatisch verlängert und behalten so ihre Gültigkeit.»

Unterstützung aus Verein und Bevölkerung

Die JU-AIR ist ein Teil des Vereins der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL), der rund 7'000 Mitglieder zählt. Sie verfügt über eine Flotte von drei historischen JU-52: Die in Dübendorf stationierten HB-HOP und HB-HOS sind beide 80 Jahre alt. Sie wurden 1939 an die Schweizer Luftwaffe abgeliefert und waren bis im vergangenen November im Flugbetrieb. Die HB-HOY ist ein CASA-Lizenzbau aus dem Jahr 1949. Sie war bis 2016 in der Flotte der JU-AIR und wurde seither in Mönchengladbach ausgestellt.

«Die JU-AIR hat seit mehr als 30 Jahren finanzielle Rückstellungen für ausserordentliche Lagen gebildet. Nun unterstützen uns der Verein und seine Mitglieder, aber auch viele Private ideell und auch finanziell», sagt Kurt Waldmeier. «Ohne diese Unterstützung wären Investitionen in diesem Umfang nicht möglich. Allen unseren Unterstützern gebührt ein herzliches Dankeschön!»


Nach wie vor ist unklar, was am 4. August 2018 zum Absturz einer JU-52 bei Flims geführt hat. Die Untersuchung des tragischen Unglücks hat jedoch keine Hinweise darauf ergeben, dass eine technische Ursache zum Absturz beigetragen hätte. Die nun beginnenden Totalüberholungen stehen nicht im Zusammenhang mit dem Unfall.

 

Kontakt JU-AIR
Christian Gartmann, Beauftragter Kommunikation
+41 79 355 78 78
christian@gartmann.biz 


12.03.2019 Medienmitteilung JU-Air investiert in ihre Zukunft

Die JU-AIR fliegt weiter – und restauriert alle drei Flugzeuge komplett

Dübendorf, 12. März 2019. Die JU-AIR investiert in ihre Zukunft und hat mit der kompletten Restaurierung ihrer drei historischen Junkers JU-52 begonnen. Für den Sommer 2019 strebt sie einen reduzierten Flugbetrieb mit einer Maschine an. Die Untersuchung der beiden gegroundeten Maschinen ergab keine sicherheitsrelevanten Mängel. Derweil stellt das Bundesamt für Zivilluftfahrt eine neue rechtliche Basis für den Flugbetrieb in Aussicht.

 

       

Die JU-AIR bereitet sich auf einen langfristigen Weiterbetrieb ihrer drei historischen Junkers JU-52 vor und investiert in deren Zukunft. Dazu werden die heute 70 und 80 Jahre alten Flugzeuge komplett demontiert und grundüberholt. Für die umfassendsten Revisionsarbeiten in der 36-jährigen Geschichte der JU-AIR muss der Flugbetrieb im Sommer 2019 und 2020 reduziert werden.


Für den Sommer 2019 ist vorgesehen, nur ein Flugzeug einzusetzen. Es handelt sich dabei um die HB-HOS, welche seit November zusätzlich zur Jahreswartung auch umfassenden Korrosionsuntersuchungen unterzogen wurde. Mit neuen, hochauflösenden Boroskopkameras konnten die Flügelholme und auch kleinste Hohlräume in Flügeln, Leitwerken und Rumpf ausgeleuchtet und untersucht werden.


Ein auf Materialprüfung spezialisiertes Institut durchleuchtete zusätzlich sämtliche Verbindungspunkte innerhalb der Flügel. Dieses auf Röntgenstrahlen basierende Verfahren ist für die JU-52 neu und musste zuerst eingehend getestet und kalibriert werden. Die Untersuchungen zogen sich deshalb länger hin als ursprünglich vorgesehen.

       

Keine sicherheitsrelevanten Mängel

Die Analysen der Untersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss. Die optischen und boroskopischen Untersuchungen, die Röntgenaufnahmen und die Expertisen von Materialwissenschaftlern und Experten für Strukturen und Motoren ergaben bisher keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Mängel beim Flugzeug HB-HOS. Sofern keine solchen Mängel auftauchen, wird die JU-AIR beim Bundesamt für Zivilluftfahrt ein Gesuch für den Flugbetrieb 2019 einreichen. Durch die Verzögerungen bei den Untersuchungen kann die Aufnahme des Flugbetriebs der HB-HOS aber nicht vor Ende Mai erfolgen.


Die JU-AIR hat die zusätzliche Untersuchungszeit dazu genutzt, die Generalüberholung der HB-HOS zu beginnen. Bis zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird sie eine neue elektrische Verkabelung, ein überarbeitetes Cockpit, ein erneuertes Treibstoffsystem und eine neue Kabine erhalten. Im Jahr 2020 wird die Maschine dann in ihre Baugruppen zerlegt und die Flügel werden bei einem Spezialunternehmen generalüberholt.


Bei der Schwestermaschine HB-HOP wird dieses Procedere bereits in diesem Sommer durchgeführt; sie war schon im vergangenen November demontiert worden. Bis in einem Jahr wir sie wieder einsatztauglich sein und den Flugbetrieb 2020 sicherstellen.

       

Investition in die Sicherheit

Die zehn Jahre jüngere HB-HOY, ein Casa-Lizenzbau aus dem Jahr 1949, bleibt bis auf weiteres in Mönchengladbach ausgestellt und wird vorerst nicht geflogen. Vertragliche Vereinbarungen lassen einen Abzug der jüngsten Maschine der JU-AIR im Moment nicht zu. So bald die HB-HOY in die Schweiz geholt werden kann, wird auch sie generalüberholt.


Die Generalüberholung der drei Maschinen steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Absturz der HB-HOT im vergangenen August; sie ist eine freiwillige Investition in die Sicherheit und die Werterhaltung der Flugzeuge. Die Tragödie und die darauf entstandene Unsicherheit über Ursachen und behauptete Mängel am Unfallflugzeug haben die JU-AIR aber veranlasst, die drei Flugzeuge umfassend zu überholen.


Nach wie vor gibt es keine Hinweise darauf, dass eine technische Ursache zum Unfall der HB-HOT geführt hätte. Die im vergangenen November öffentlich diskutierten Schäden am Unfallflugzeug sind laut Unfalluntersuchungsstelle SUST allesamt keinerlei Ursache für den Unfall.

       

Neuer rechtlicher Rahmen für den Flugbetrieb

Das Bundesamt für Zivillufthart hat der JU-AIR in einem Schreiben mitgeteilt, dass es den Betrieb der JU-52 auf eine neue, rechtliche Grundlage stellen will. Da die Hersteller von Flugzeug und Motoren nicht mehr existieren, verlangt das BAZL unter anderem die Schaffung einer Organisation aus mehreren Fachstellen, welche den künftigen Unterhalt der Flugzeuge regeln und überwachen kann.


Für die JU-AIR geniesst die Sicherheit des künftigen Flugbetriebs oberste Priorität. Sie ist solide finanziert, sowie bereit und in der Lage, die verlangte Organisation zur Gewährleistung eines künftigen Flugbetriebs zu errichten und die dazu nötigen externen Fachleute und -organisationen zu verpflichten.


Die Abklärungen und der Verwaltungsaufwand für solche Änderungen sind erfahrungsgemäss auf allen Seiten beträchtlich und werden im Minimum mehrere Monate dauern. In der Zwischenzeit ist der JU-AIR eine Übergangsregelung zu gewähren, die einen sicheren Flugbetrieb ermöglicht, während die administrativen Arbeiten abgeschlossen werden.